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Söhne Mannheims
förderten Daniel Stoyanov

IdeenSounds Abschlusskonzert:
Daniel Stoyanov

Söhne Mannheims adoptierten
Daniel Stoyanov

Musikalischer Leiter und Keyboarder der Söhne Mannheims, Michael Herberger, griff der deutschen Soul-Hoffnung unter die Arme, um den "Mond in seinem Tag" aufgehen zu lassen.

Interview

Michael Herberger / Söhne Mannheims

Die Söhne Mannheims übernehmen eine Patenschaft bei den IdeenSounds und helfen so jungen Nachwuchskünstlern ihre eigenen Songs zu entwickeln. Wer half euch am Anfang eurer Musikkarriere?
Viele nette Menschen, jeder zu seiner Zeit. Angefangen bei meinem Großvater, der mir mit 5 Jahren den Klavierunterricht und das Klavier geschenkt hat, meine erste Band, in der ich als Keyboarder spielen durfte, obwohl ich erst 15 war (und alle anderen viel älter) und nicht zuletzt auch Xavier, der mir die Möglichkeit gegeben hat, mein Hobby zum Beruf zu machen.
Ihr wart gerade gemeinsam mit eurem Nachwuchskünstler Daniel Stojanov im Studio. Wie war die Arbeit mit eurem „Patenkind“?
Daniels Album wurde in den Mannheimer Naidoo-Herberger Studios von Mathias Grosch und Daniel Nitt produziert, die beide hier fest arbeiten und einen tollen Job gemacht haben. Ich war nur „Herbergsvater“ und hab versucht mich nur dann einzuschalten, wenn es mal nicht so rund gelaufen ist. Natürlich gab´s – wie bei jeder Albumproduktionen – viel zu diskutieren, viel zu entscheiden. Musik ist eben ein emotionales Geschäft, das war nicht immer einfach, das Endergebnis ist dafür – finden wir – aber auch entsprechend gut geworden.
Technik und Musik sind sehr eng verknüpft, wie hat eurer Meinung nach der technische Fortschritt die Musik verändert?
Die Arbeit mit dem Computer hat die alt hergebrachte Art der Komposition am Instrument, wie z.B. am Klavier oder an der Gitarre schon in vielen Fällen ersetzt. Dadurch wird die Art der Musik auch anders: Ich habe den Eindruck, dass heute dadurch viel mehr mit „Patterns“ also immer wiederkehrenden Elementen gearbeitet wird, und die Songs so nach und nach aufgebaut und immer wieder um ein eben solches, neues Element erweitert werden. Das bringt die Arbeit mit Musiksoftware mit sich.

Söhne Mannheims

Wenn man die Entstehungsgeschichte einer Band zurückverfolgt, zeigt sich oft, das es meist im Ursprung eine Handvoll Freunde waren, die sich in elterlichen Küchen oder zugigen Garagen zum Musik machen trafen. Kein Gedanke an Kommerz oder Vermarktbarkeit, sondern nur das gemeinsame Faible für Musik. Erlebtes und Gesehenes, Diskussionen, Meinungsverschiedenheiten, Vorstellungen und Träume gaben dann die Grundlage für die Texte. So auch geschehen bei der Band Söhne Mannheims. Nach vielen Gesprächen und einigen erfolgreichen Soloaktivitäten der Mitglieder, wurde Ende 2000 das Debüt „Zion“ veröffentlicht. Anfangs noch belächelt oder kritisch gemustert, erspielte sich die damals 17-köpfige Band eine riesige Fangemeinde und ihre Texte hatten genau das, was andere Bands nur sehr vorsichtig umsetzten – sie polarisierten.

Drei Jahre später formieren sich die nunmehr 14 Musiker erneut, um an dem Nachfolgealbum „Noiz“ zu arbeiten. Ambitioniert und voller Tatendrang setzen Michael Herberger und Florian Sitzmann (Keyboards), Marlon B. und Metaphysics (Rap, Rastafari), Robbee Mariano (Bass), Andreas Bayless und Kosho (Gitarre), Ralf Gustke und Bernd Herrmann (Drums), Billy Davis (DJ), Xavier Naidoo, Claus Eisenmann, Tino Oac und Michael Klimas (Gesang) ihre unvergleichliche Mixtur aus R&B, Soul, Rap, HipHop und Pop um. Schon die erste Singleauskopplung „Vielleicht“, die im Mai 2004 erschien, ließ aufhören. Ein Lied, dass sich an alle richtet, die Begebenheiten und Geschehnisse auch einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Die Fans waren begeistert und mit der Veröffentlichung des Albums am 14. Juni 2004 stiegen die Söhne Mannheims eine Woche später auf Platz 1 der deutschen Albumcharts ein.

Auch auf „Noiz“ nehmen die Söhne Mannheims kein Blatt vor den Mund. Sie singen über die Missstände der Welt, über Hass, Toleranz und Liebe sowie über ihren unerschütterlichen Glauben an Gott. Ihnen gelingt es, ihre textlichen Visionen einhergehen zu lassen mit den musikalischen Vorstellungen und dies gibt dem Album eine eindringliche und ausgewogene Resonanz. Die ausverkaufte Hallentour im November 2004 bewies auch die Akzeptanz bei den Fans, die sich nicht nur in Deutschland sondern auch der Schweiz und in Österreich widerspiegelte.

Die Veröffentlichung der 3. Single „Und wenn ein Lied“ (13.12.04) erreichte schon bald Goldstatus und belegt nach 6 Wochen in den Top Ten, Platz 2 der Singlecharts. Das mittlerweile Doppelplatin gekrönte Album „Noiz“ kehrt am 25.01.05 auf die Nr. 1 der Media Control Album Charts zurück. Damit wurde der Erfolg von „Zion“ noch um ein Vielfaches übertroffen, was ihre Etablierung auf dem deutschen Musikmarkt weiterhin stärkt. Da sie diese Position letztendlich ihren Fans zu verdanken hatten, und aufgrund vieler Nachfragen bedankten sie sich bei den Fans vom 02. – 14.03.05 mit einigen Zusatzkonzerten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Am 25.07.05 erschien dann zeitgleich die Doppel-Live CD „Power Of The Sound“ sowie die gleichnamige Doppel-DVD. Während bei der Audio-Version das breite Repertoire der Band sowohl aus dem Album „Zion“ als auch aus „Noiz“ enthalten ist, wurde bei der Doppel-DVD auf das Charisma dieser Band eingegangen. Neben den Konzertaufnahmen findet sich sowohl eine persönliche Vorstellung jedes einzelnen als auch Bilder „hinter den Kulissen“ und während der Tour. Darüber hinaus sind noch die eindrucksvollen Videos der Band, die immer wieder für Diskussionen sorgten, enthalten.

Im Oktober 2005 erschien zum 10jährigen Bestehen der Söhne Mannheims, der Bildband „Mitten unter Euch...“ in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Thommy Mardo. Über ein Jahr begleitete er das Musikerkollektiv und seine Fotos geben Einblicke in das Arbeiten und Leben der Söhne. Auf 200 Seiten zeichnet der Bildband ein sehr persönliches Portrait der Band in Wort und Bild. Aber die Söhne beschäftigen sich auch mit den Wünschen ihrer Fans und sind bemüht, diese, sofern es möglich ist, umzusetzen. Daher hat der Gitarrist Kosho, aufgrund von vielen Anfragen bzgl. der Noten, ein sehr einfühlsames und leicht verständliches Songbook für mehrere Instrumente geschrieben, was ein Nachspielen der Songs ermöglicht.

Ende 2005 widmen sich einige der Söhne wieder verstärkt ihren Soloaktivitäten. Doch die Auftrittsfreie Zeit bleibt nicht ungenutzt und es wird mit Nachdruck daran gearbeitet, zukünftige Projekte zu realisieren.

 

Daniel Stoyanov

Etwas an ihm ist anders als man es bei einem 21jährigen erwartet. Sind es die ernsten Augen? Der tiefe Blick? Die Ruhe, die von ihm ausgeht? Man kann es schwer festmachen und doch bleibt der Eindruck: Daniela Stoyanov ist anders. Nachdenklicher, wissender, reifer und vor allem interessanter. Nichts an seinem Album ist gewöhnlich: nicht der Blickwinkel, nicht die Wahl der Worte, nicht die Kompositionen und schon gar nicht seine Stimme, die leise ist, aber eindringlich, die sich nicht aufdrängt aber deutliche Spuren hinterlässt. „Draußen vor der Tür“ ist der Titel des Albums und für Daniel eine Art Lebensmotto. Kein lautes, pubertäres Outlaw-Gehabe, keine verbitterten Phrasen, sondern glasklare Beobachtungen, hauchfeine Nuancen und eine filigrane Lyrik, die manche Text zu purer Poesie werden lässt.

Draußen vor der Tür, das ist ein Ort, an dem Daniel sich zuhause fühlt. Hier sind die Gefühle echt, ist die Angst berechtigt, der Mut ungebrochen, der Schmerz unerträglich. Die glatte Oberfläche liegt ihm nicht, lag ihm noch nie.

Geboren in Sofia, Bulgarien, als Sohn einer Künstlerfamilie, kam Daniel 1990 nach Deutschland und erlebte das Land als „aufgehende Blumenknospe“, wie er es beschreibt: Riesensupermärkte, der heiße Sommer, die Fußballweltmeisterschaft ließen die schwere Zeit in Bulgarien vergessen. Doch alles hat seinen Preis: beide Eltern konnten ihren Beruf als Schauspieler in Deutschland nicht ausüben, mussten sich Brot-und-Butter-Jobs suchen, die kleine Familie ernähren. Umso enger rückte man zusammen, umso größer die Unterstützung für den Sohn, der schon früh die Leidenschaft zur Musik entdeckte und der schnell merkte, dass, sobald er sang, seine Eltern ihre Sorgen vergaßen: also sang er.

Bereits mit 11Jahren steht Daniel im Studio vor dem Mikrofon und beginnt bei Produktions- und Plattenfirmen anzuklopfen. Er dreht kleine Videos und schafft es als 13jähriger furchtloser Knirps in die MTV Mittagssendung „Kitchen“, wo er bei den Hipsters mächtig Eindruck schindet. Während andere in seinem Alter experimentieren, wie man am besten betrunken wird, experimentiert Daniel mit Texten und Melodien. Unzählige Blöcke, Zettel, Hefte hat er zu dem Zeitpunkt bereits voll geschrieben. Mit 18 fand Daniel, es sei an der Zeit, das Schicksal in die Hand zu nehmen und schickte ein Videotape an die Naidoo-Herberger Produktion. Wenig später hat er das Ticket nach Mannheim in der Hand und steht kurz darauf Xavier Naidoo in der Gesangskabine gegenüber und singt mit ihm den Refrain zu „Was wird mich erwarten“. Daniel bestand die Reifeprüfung vor den Produzenten, das Abitur und unterschrieb den lang ersehnten Plattenvertrag.

Ab da begann die Arbeit am eigenen Album. Und die war nicht immer leicht aber immer lehrreich und spannend. Es wurde getüftelt und umgeschrieben und solange gefeilt, bis Daniel mit sich und dem Ergebnis zufrieden war. Das kann dauern, bei jemandem, für den der gerade Weg selten der beste ist, jemand, der sich lieber durchs Dickicht schlägt, auf dem Weg Neues entdeckt und andere Perspektiven sucht. Doch es hat sich gelohnt, keine Kompromisse zu machen. Genauso, wie es sich für uns lohnt diesen alltäglichen und ungewöhnlichen Ort einmal genauer anzuschauen. Denn dahin lädt uns Daniel Stroyanov ein. Draußen vor der Tür. Willkommen.

 

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